Wie uns der „WDR-Nazi“ die Welt erklärt

Das Leidige und Unergiebige im Diskurs mit der Linken ist immer wieder, dass diese es völlig verlernt hat, einer gegnerischen Position auf der Sachebene zu begegnen. Viel zu lange hat es nur zu gut funktioniert, Andersdenkende einfach niederzubrüllen; zu etwas anderem ist man offenbar, überzeugt davon, sozusagen von Natur aus recht zu haben, nicht mehr in der Lage. Professor Norbert Bolz sagte es treffend so:

»Der Politischen Korrektheit geht es nicht darum, eine abweichende Meinung als falsch zu erweisen, sondern den abweichend Meinenden als unmoralisch zu verurteilen. Man kritisiert abweichende Meinungen nicht mehr, sondern hasst sie einfach. Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht«

Welche Mittel zu diesem Zweck für opportun gehalten werden, das lässt sich in der »Dokumentation« namens »Aufstieg der Rechten« vom WDR exemplarisch besichtigen, deren erste Folge sich der Indentitären Bewegung widmet. Um es vorweg zu nehmen: das Filmchen von Diana Löbl und Peter Onneken strotzt vor Dümmlichkeiten, und die linke Propaganda ist so dick aufgetragen, dass man es eigentlich nicht ernst nehmen müsste, zeigte es nicht einige typischen »Argumentations«-Muster und gäbe es nicht noch genug Menschen, die durch primitive Propaganda wie diese zu beeindrucken sind.

Bereits das »Intro« macht unmissverständlich klar, dass mit einer sachlichen, ausgewogenen und fairen Auseinandersetzung mit Ideen den IB nicht zu rechnen ist. Es tritt auf: der »Erklärnazi«, eine bizarre und im realen Leben kaum anzutreffende Gestalt, wie sich ein WDR-Mitarbeiter offenbar einen »Nazi« vorstellt. Der Zweck ist überdeutlich, hier geht es allein darum, anderer Menschen Gedankengut von vornherein in einen diffamierenden Zusammenhang zu stellen und Ressentiments zu schüren. Wer nach Albernheiten dieser Art noch nicht umgeschaltet hat, bekommt präsentiert, wie recht Norbert Bolz mit seinem obigen Zitat hat.

Damit der Kern der Propagandatechnik schon enthüllt, auf den sich eigentlich der gesamte Film bis zu seinem Ende hin aufbaut: zu sagen, dass die IB eigentlich nur eine verschleierte und aufgehübschte Variante der NS-Ideologie sei. Übergangslos geht zu diesem Zweck also das Bild vom keuleschwingende »Nazi« zu einer als bedrohlich dargestellten Demonstration der IB.

Völlig argumentfrei werden die Positionen der IB als »von vorvorgestern« hingestellt und in spöttischem, sarkastischem Ton, der den ganzen Film durchzieht, wird gar getan, als wäre es ein völlig unsinniges Anliegen, deutsch, französisch oder was auch immer sein zu wollen. Nun, was ist falsch daran, es sein zu wollen? Der Sprecher im Hintergrund verrät es jedenfalls nicht, es scheint ihm selbstverständlich. Dafür kommt nun Frau Natascha Strobl zu Wort.

Natascha Strobl ist eine österreichische Politikwissenschaftlerin aus dem linksextremen Spektrum, die wohl die Karriere so vieler überzähliger Politikwissenschaftlerinnen gemacht hätte, wenn sie nicht in der Feindschaft zur Identitären Bewegung ihr persönliches Geschäftsmodell und ihre ökonomische Nische gefunden hätte. Im Film wird sie uns als die maßgebliche Instanz für die Deutung der Aussagen der IB präsentiert. Sie »dechiffriert« sie als: »Ausländer raus!« Begründung? Fehlanzeige.

Nach Videoausschnitten mit Martin Sellner, jeweils mit einer Musik unterlegt, wie sie in Horrorfilmen das Herannahen des Unheils ankündigt, wieder der »Erklärnazi«:

»Die Identitären – die besorgten Patrioten (hässliches Lachen) – fordern, dass die Kulturen der einzelnen Länder rein gehalten werden müssen. Und weil sie glauben, dass sie die Elite sind, haben sie auch ein schickes Fremdwort: Ethnopluralismus. Vielfalt der Völker, na klar. Aber hübsch getrennt voneinander, damit sich ja nichts mischt.«

Purer Unsinn. Niemals hat die IB von »Reinheit« gesprochen. Niemals hat die IB verneint, daß andere kulturelle Einflüsse aufgenommen werden dürfen. Niemals haben wir behauptet, daß Identität etwas Statisches sei, das sich niemals ändern darf. Wahr ist vielmehr: wir achten andere Völker in ihrer Einart und ihrer Kultur, und weil wir das tun, wünschen wir uns deren Erhalt – fremder wie eigener. Offensichtlich ist: hier geht es allein darum, Aussagen bewusst karikierend und verzerrt wiederzugeben, um sie verächtlich zu machen.

Natascha Strobl, bezogen auf Martin Sellner, nachdem dieser ein fast vollständig orientalisiertes Viertel Wiens gezeigt hat:

»Sie attackieren auch die Leute, die schon jahrelang hier sind, sie attackieren Leute, die hier geboren sind, es macht für sie keinen Unterschied. Die anderen sind immer die anderen.«

Das ist nun glatt gelogen. Weder attackieren wir »die Leute«, noch haben wir je etwas gegen jemanden gesagt, der sich hier erfolgreich assimiliert hat. Wahr ist vielmehr: wir wenden uns dagegen, dass Menschen, die in Massen hierher kommen, die sich nicht assimilieren, unsere Identität in Frage stellen. Was ist falsch daran, Frau Strobl?

Als angeblicher Beleg für die »Gewalttätigkeit« der IB wird dann allen Ernstes die Störung einer Theateraufführung hervorgekramt – etwas, was für die Linke gang und gäbe ist und sie ihrerseits nicht auf die Idee brächte, dass es sich dabei um Gewalt handelte.

Und in diesem Stil geht es bis zum Ende weiter. »Sellner kann auch auf nett« erfahren wir schließlich. Ach, wie schön…

»Die größte Angst der Identitären: Der große Austausch.« Wird natürlich als natürlich Blödsinn hingestellt, die Aussicht, Minderheit im eigenen Land zu werden, als irrational. Ein Argument? Fehlanzeige. Auftritt Strobl: »Das ist ein Konzept von Renaud Camus, einem französischen Philosophen – rechtsextremen Philosophen (soviel Zeit muss sein, was?) – wo es darum geht, dass die europäische Gesellschaft von Eliten ausgetauscht werden soll … Wichtig ist: es gibt immer die dunklen Mächte im Hintergrund, die das alles bewusst leiten.«

Unsinn. Dass all dies von »finsteren Mächten« geleitet würde, behauptet weder Renaud Camus noch sonst jemand, der seinen Verstand beisammen hat. Wahr ist vielmehr: selbstverständlich gibt es Mächte, Personen, Institutionen, die daran ein Interesse haben. Das ist keine Verschwörung, sondern liegt offen zutage. Wie wäre es, Frau Strobl, wenn sie einmal auf die Argumente von Renaud Camus eingingen? Aber nein, statt dessen wird weiter so getan, als müsste man das gar nicht, als wäre es eh klar, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Nicht fehlen darf natürlich auch die Geschichte, dass Martin Sellner »um sich geschossen« habe – dass es, natürlich, keine Notwehr gewesen sei, wird dabei süffisant suggeriert.

Was wir anhand dieses schmierigen und schäbigen Stücks Propaganda sehen: Sie haben keine Argumente gegen uns. Sie haben nichts anderes als diese durchschaubaren Versuche, unsere Standpunkte zu verzerren und zu diffamieren und das abgelutschte »Nazi!«-Gekreische. Wir indessen sind sicher, dass es genug Menschen gibt, die aufgeweckt und kritisch genug sind, um diese billige Masche zu durchschauen.