Warum wir heute keine Märtyrer verstehen – Eine Analyse zum Verlust des Altruismus – Teil 2

Von Redaktion

Im ersten Teil des Artikels haben wir die veränderte Bedeutung des Altruismus in der modernen Gesellschaft im Vergleich zu früheren Zeiten nachgezeichnet. Dabei wurde offensichtlich, dass der Altruismus zunehmend verschwindet. Erste Ursachen habe ich im Liberalismus und im Kapitalismus geortet, die heute als bestimmende Ideologien unser Leben beeinflussen und den Altruismus zurückdrängen. Nun soll weiter auf den biologischen Ursprung des Altruismus eingegangen werden, um abschließend ein möglichst umfangreiches Gesamtbild besprechen zu können.

 

Erkenntnisse aus der Soziobiologie

Um genauer zu verstehen, warum Altruismus in homogenen Gruppen mit klarer Gruppenidentität stärker verankert ist, muss man die Soziobiologie heranziehen, die genau dafür eine Erklärung liefert. Am stärksten ist der Altruismus bei nah Verwandten zu beobachten; beispielsweise in der Familie. Aus biologischer Sicht ergibt das auch Sinn. Ziel eines jeden Lebewesens ist die Weitergabe seines Erbguts. Natürlich ist es dann sinnvoll, für seine Nachkommen auch Risiken einzugehen, die bis zur Aufopferung des eigenen Lebens reichen. Nun ist dieser Altruismus aber nicht nur gegenüber den eigenen Nachfahren zu beobachten. Diesen Umstand nennt man aufgrund der zentralen Bedeutung für die Evolutionstheorie auch “Darwins Dilemma”. Die gesamte Evolutionstheorie basiert nämlich auf der Annahme, dass die Weitergabe von Genen und der Wettbewerb darum, die evolutionäre Entwicklung bestimmt. Das Riskieren des eigenen Lebens würde einen evolutionären Nachteil bedeuten und die dafür zuständigen Gene dürften sich nicht durchsetzten.

Es ist jedoch auch im Tierreich der Fall, dass Lebewesen zum Teil für den Fortbestand anderer sogar grundsätzlich auf eigene Nachfahren verzichten. Ein Beispiel wäre eine Ameise, die ihr ganzes Leben dafür arbeitet, dass nur eine Königin Nachkommen produzieren kann. Die Lösung der Frage ist dann doch recht einfach: auf diese Weise gewährt die Ameise, dass ihre eigene Mutter und damit wesentliche Teile ihrer Erbanlagen weiter bestehen. Daraus resultiert die Erkenntnis, dass die Ausprägung von Altruismus einen engen Bezug dazu haben muss, welcher Grad an Verwandtschaft zum Empfänger besteht, dem das altruistische Verhalten gilt.

Altruismus findet sich jedoch nicht nur im Kreis der engsten Verwandtschaft. In der Evolution hat sich ebenfalls ein sogenannter “Reziproker Altruismus” durchgesetzt. Vor allem durch die Untersuchung an verschiedenen Primaten ist man zu der Erkenntnis gelangt, dass sich dieser Altruismus besonders in solchen Gruppen entwickelt hat, die aus unterschiedlich nahe verwandten und nicht verwandten Gruppenmitgliedern bestehen und die mit anderen sozialen Gruppen derselben Art um Ressourcen konkurrieren. Vor allem wird altruistische Kooperation gefördert, wenn der Konkurrenzdruck zwischen den Gruppen größer ist als der interindividuelle Konkurrenzdruck innerhalb der Gruppe.

Reziproker Altruismus konnte sich dort durch natürliche Evolution entwickeln, wo Individuen lange genug assoziiert blieben und einander in den Rollen als Helfers und des Geholfenen ablösten. Das Prinzip konnte also nur innerhalb einer klar abgrenzbaren Gruppe überleben. Bei Schimpansengesellschaften konkurrieren die Männchen nur so lange, bis sie auf eine andere Gruppe stoßen, wobei ihre Konkurrenz umgehend in Kooperation umschlägt. Die Präsenz einer anderen Gruppe fördert also die gruppeninterne Kooperation. Die Frage ist nicht ob, sondern wie weit sich dieses Verhalten auf den Menschen übertragen lässt. Und tatsächlich ist das gesamte menschliche Sozialverhalten offensichtlich auf einem Verständnis von bestimmten Zugehörigkeiten aufgebaut.

 

Wie Multikultur zum Absterben des Altruismus führt

Wir Menschen sind natürlich nicht ausschließlich instinktgesteuert. Trotzdem ist unser Verhalten auch biologisch determiniert. Darin vermuten heute viele Wissenschaftler die Ursache der sogenannten “Xenophobie” oder “Fremdenangst”. Zunächst sei angemerkt, dass dieser Begriff in die liberalistische Terminologie gehört. Die liberalistische Ideologie arbeitet auf eine Utopie hin, in der der Mensch nur noch anonymes und identitätsloses Atom in einer homogenisierten Weltgesellschaft sein soll. Alle Menschen, mit denen diese Utopie nicht zu verwirklichen ist, weil sie an ihren Werten, Bindungen, Traditionen und Lebensweisen festhalten, werden von dieser Ideologie unterschwellig als geisteskrank bezeichnet. So entstehen aus normalen Verhaltensweisen die vermeintlichen Phobien. Beispielhaft sind neben der Xenophobie die Homophobie und die Islamophobie, mit denen Bedenken an liberalistischen Experimenten regelmäßig als krankhafte Angstzustände gebrandmarkt werden.

Wir sprechen deswegen von der Erhaltung der natürlichen Ordnung aus Bezugs- und Verantwortungsbereichen, die sich auch aus ethnokulturellen Identifikationen ergeben haben. Weil der Altruismus einen engen Zusammenhang mit diesen Identifikationen aufweist, ist eine Folge ihrer Auflösung ebenfalls die Auflösung des Altruismus. Für eine Masseneinwanderung müssen diese Identifikationen und in dem Zusammenhang die “Xenophobie”, die ihrem Schutz dient, bei der Bevölkerung des Zuwanderungslandes zwangsläufig im Namen der sogenannten Multikultur ausgelöscht werden und das ist auch in Deutschland und speziell beim deutschen Volk der Fall.

Gerade bei den Zuwanderergruppen, die nicht auf diese Weise konditioniert werden, ist heute ein stärkeres altruistisches Verhalten als bei der einheimischen Bevölkerung zu beobachten. Altruismus ist aber auch ein Garant für die gefühlte soziale Sicherheit, indem er einen Rückhalt vermittelt, den die Ellbogengesellschaft nicht bieten kann. Er kann sowohl bei der Ausübung sinnstiftend wirken, wie auch dann, wenn man ihn erfährt. Alain de Benoist stellt zum heroischen Altruismus eindringlich fest: “Der Heros sucht beständig danach, was er dem Leben geben kann, wie er die Existenz anreichern kann, im Unterschied zum Bourgeois, der konstant danach trachtet, was er dem Leben entnehmen und wie er seine eigene Existenz anreichern kann. Studien von heroischen Handlungen und Situationen zeigen, dass die Gründe zu leben und zu sterben exakt die gleichen sind – in diesem Sinne ist es normal, dass es in einer Zeit, in der es keinen Grund mehr zu sterben gibt, man auch keinen Sinn mehr im Leben entdeckt.”

 

Zeit zu handeln

Es ist nicht zu erwarten, dass Zuwanderer ihre traditionellen, altruistischen Verhaltensweisen ablegen und noch weniger, dass sie uns altruistisch begegnen werden. Ohne ein identitäres Bewusstsein ist auch eine Wiederentdeckung der Selbstlosigkeit für die vom Liberalismus befallenen Völker Europas unmöglich. Diese Situation begünstigt ethnische Bruchlinien, die besonders in Notsituationen bemerkbar werden. Dabei wird die Gruppe stärker sein, die noch das evolutionäre Erfolgsmodell des Altruismus verinnerlicht hat. Schon heute ist der Deutsche in Konflikten mit Zuwanderern oft in der Opferrolle. Dass der Zusammenhalt bei Zuwanderern größer ist, sollte im Üb­ri­gen eine kaum zu bestreitende Feststellung sein.

Wir können aus den Erkenntnissen nur lernen. Die multikulturelle Gesellschaft bringt viele Gefahren mit sich. Sie vermindert den sozialen Zusammenhalt, fördert den Egoismus und wird sich aufgrund der für sie typischen Kinderarmut und der Schwäche durch den fehlenden Zusammenhalt im angestammten Volk, das sich der Zersetzung geöffnet hat, nicht durchsetzen können. Würde sie sich dauerhaft halten, vernichtet sie durch die Indifferenzierung außerdem die Vielfalt der Kulturen. Der Ethologe Eibel-Eibesfeldt widerspricht in seiner 19. These den Multikulturalisten, wenn er schreibt: “Über die Vielfalt der Ethnien experimentieren die Kulturen und werden zu Schrittmacher der Evolution. Die kulturelle Vielfalt sichert zugleich die Existenz des Typus Mensch und folgt damit einem Lebensstromprinzip, das sich im übrigen Organismenbereich in einer Vielzahl der Arten und Unterarten manifestiert”, und er geht noch einen Schritt weiter, indem er hinzufügt: “Die Vielfalt erhält sich hier wie dort über Mechanismen der Abgrenzung und Verteidigung.”

Das Volk, auf dessen Schultern man ein multikulturelles Experiment austrägt und bei dem die Abgrenzung und die Verteidigung versagen, wird daran sehr wahrscheinlich zugrunde gehen!

Selbst wenn man den Menschen so konditionieren könnte, dass er gegen alle natürlichen Schutzmaßnahmen handelt, um die Multikultur durchzusetzen, wird das Menschentum nie wieder sein, was es einmal war. Als Angehörige eines bedrohten Volkes müssen wir uns für den überlebenswichtigen Erhalt der Welt mit ihrer natürlichen Ordnung der kulturellen Vielfalt in der Form der Völkervielfalt einsetzen und dabei auf einen archaischen Altruismus zurückgreifen. Dazu sollten wir dieses Phänomen als Ideal der Selbstlosigkeit und Nächstenliebe wiederbeleben und in unser Selbstverständnis aufnehmen, um uns der Selbstsucht und der überzogenen „Xenophilie“ entgegenzustellen. Vor allem müssen wir diesen Wert wieder mit Leben füllen und unserem Volk damit den Lebenswillen zurückbringen!

Beenden will ich den Aufsatz mit einem Zitat von Ernst Jünger, das mich zu der Überschrift inspirierte und genau die Tragik um den verloren gegangenen Wert des Altruismus widerspiegelt: “Wir können heute nicht mehr die Märtyrer verstehen, die sich in die Arena warfen, ekstatisch schon über alles Menschliche, über jede Anwandlung von Schmerz und Furcht hinaus. Der Glaube besitzt heute nicht mehr lebendige Kraft. Wenn man dereinst auch nicht mehr verstehen wird, wie ein Mann für sein Land das Leben geben konnte – und diese Zeit wird kommen –, dann ist es vorbei, dann ist die Idee des Vaterlandes tot. Und dann wird man uns vielleicht beneiden, wie wir jene Heiligen beneiden um ihre innerliche und unwiderstehliche Kraft. Denn alle diese großen und feierlichen Ideen glühen aus einem Bewußtsein heraus, das im Blute liegt und das nicht zu erzwingen ist. Im kalten Licht des bloßen Verstandes wird alles der Nutzbarkeit unterworfen, verächtlich und fahl. Uns war es noch vergönnt, in den unsichtbaren Strahlen großer Gefühle zu leben. Das bleibt uns unschätzbarer Gewinn. Aber nun wird es aus sein, wenn auch dies noch dahin ist.”

Dieser Beitrag erschien zuerst 2014 auf dem Blog www.identitas-gemeinschaft.info, welcher mittlerweile nicht mehr existiert.