Unglaubwürdige „Experten“: Der Fall Alexander Häusler.

Wo immer tatsächliche und vermeintlich rechte Bestrebungen eine Expertise abzugeben ist, ist der vierundfünfzigjährige Sozialwissenschaftler Alexander Häusler [1] bei den Medien gern gesehener Gast.

Nun sollte man normalerweise annehmen, dass jemand, der sich als Wissenschaftler versteht, zu dem Gegenstand seiner Forschung und Expertise eine gewisse Neutralität an den Tag legt und diese nicht von eigenen Interessen geleitet betreibt. Dass bei Herrn Häusler von einer Neutralität keine Rede sein kann, soll hier näher beleuchtet werden. Nun steht es jedem selbstverständlich frei, nach seinem Gusto politische Pamphlete zu verfassen, er sollte dies jedoch nichts als Wissenschaft ausgeben. Doch leider ist dieser Etikettenschwindel unter »Rechtsextremismusexperten« gang und gäbe.

Alexander Häusler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Düsseldorf und bearbeitet dort den »Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus (FORENA)«. Was in dieser Einrichtung erarbeitet wird, dafür sei die für die Heinrich-Böll-Stiftung erarbeitete Studie »Die Alternative für Deutschland — eine neue rechtspopulistische Partei«[2] exemplarisch für angewandte Vorgehensweise genannt. Darin werden programmatische Aussagen aus der AfD identifiziert und zusammengestellt und diese sogleich von der eigenen weltanschaulichen Verortung ausgehend gedeutet. Wie »wissenschaftlich« das ist, wird dadurch ersichtlich, dass die Aussagen beispielsweise als »wohlstandschauvinistisch« oder »reaktionär« gekennzeichnet werden — als wären das objektive Eigenschaften und nicht subjektive Bewertungen. Die Betrachtung rechter, konservativer, patriotischer Bestrebungen geschieht dabei recht holzschnittartig und wenig trennscharf, Unterschiede werden dabei verwischt, so dass am Ende dabei — Überraschung! — herauskommt, dass das weite Spektrum von nationalkonservativ bis neonazistisch mehr oder weniger gewissermaßen alles »eine Soße« ist. Ferner erscheint offensichtlich, dass einseitig nur zusammengetragen wird, was die vorgefasste These stützt.

Wo Alexander Häusler selbst steht, ist dabei offensichtlich. Er ist als Autor sowohl mit der Heinrich-Böll-Stiftung als auch dem DGB verbunden und publizierte verschiedentlich in der »antifaschistischen«, also linksextremistischen Zeitschrift »Lotta« [3] und anderen Periodika vergleichbarer Ausrichtung [4] sowie als Vortragsredner für die Partei Die Linke [5].

Aber auch in den Mainstream-Medien wird auf Alexander Häusler gerne zurückgegriffen, wenn es gilt, die AfD als quasi-rechtsextremistische Partei zu entlarven. Wie hier im Deutschlandfunk [6] hat der »Experte« leichtes Spiel, wenn er einem Interviewer gegenübersitzt, der seine Rolle offenbar nur als Stichwortgeber versteht anstatt mal kritisch nachzufragen, wie Herr Häusler eigentlich dazu kommt, von einigen wenigen Mitgliedern auf die Ausrichtung einer ganzen Partei zu schließen.

Auch in anderen Interviews [7] fällt auf, dass Häusler ihm gegengesetzte Positionen nicht nur darlegt und analysiert, sondern weit darüber hinausgehend mit der Autorität des Wissenschaftlers grundsätzlich delegitimiert, so beispielsweise die Ablehnung der multikulturellen Gesellschaft und suggeriert damit, das allein dies schon eine extremistische Gesinnung ausmache.

Dass Alexander Häusler schon mal mit sinnentstellend verkürzten Zitaten arbeitet, ist erwiesen. So musste er gegenüber der Bremer Partei »Bürger in Wut« (BiW) eine Unterlassungserklärung abgeben, die er als »rassistisch« diffamiert hatte [8].

Fazit ist: von wissenschaftlicher Neutralität kann bei Alexander Häusler keine Rede sein. Er ist vielmehr »eine staatlich alimentierte, ideologisch deutlich positionierte, denunziatorisch agierende Figur, die ihre Absicht mit Wissenschaftlichkeit tarnt« [9]. Er ist damit als »Rechtsextremismusexperte« so glaubwürdig wie ein Insektenhasser als Entomologe.

 

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_H%C3%A4usler_(Sozialwissenschaftler)
[2] https://www.boell.de/sites/default/files/afd_studie_nrw.pdf
[3] https://www.lotta-magazin.de/autor/alexander-h-usler
[4] http://www.alternative-rlp.de/der-bock-als-gaertner-alexander-haeusler-und-die-afd
[5] http://duesseldorf-stellt-sich-quer.de/blog/2016/05/13/neofaschismus-experte-haeusler-spricht-bei-der-linken-ueber-afd/
[6] http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/alexander-haeusler-das-ist-ein-politisches-pulverfass-aid-1.4720015
[7] http://www.deutschlandfunk.de/soziologe-zu-gedeon-entscheidung-afd-will-tabubrueche-als.694.de.html?dram:article_id=357871
[8] http://www.buerger-in-wut.de/blog,105,fall-alexander-hausler-urteilstext-liegt-vor
[9] http://www.sezession.de/36905/identitare-basisarbeit-8-experte-alexander-hausler-bei-3sat.html