Pressespiegel: Intervention gegen das Zentrum für politische Schönheit

Von Volker Zierke

Nein, Realitätsbewußtsein ist wahrlich keine Tugend der „aggressiven Humanisten“ vom Zentrum für politische Schönheit (ZPS). Was man schon an der ideologischen Tendenz der Aktion der Spontis erahnen kann, manifestiert sich am Freitag Abend in einem Tweet: „Die Nazis haben sich heute getraut, mit 30 Mann (in Soldaten-Uniformen!) eine einzige Frau des ZPS zu umringen und zu drangsalieren. Das ist wahrer #NaziMut“. So reagierte das ZPS auf eine Intervention der Identitären Bewegung, die während eines Vortrags der ZPS-Aktivistin Cesy Leonard an der Universität Rostock erfolgte. Wie schade für diese dramatische Darstellung, dass die nicht ganz so dramatische Realität durch das existierende Bild– und Video-Material festgehalten wurde. Dort ist nämlich gut zu sehen, wie sehr Cesy Leonard von den identitären Aktivisten „drangsaliert“ wird: Freudenstrahlend nahm sie den von unseren Aktivisten verliehenen Preis entgegen und ließ sich mit den „Störern“ fotografieren – Gerüchten zufolge nur, weil sie hinter der Aktion „Die Partei“ vermutete. So cool und abgebrüht zu reagieren – unsere Aktivisten vor Ort konnten der Dame sogar Sympathie entgegenbringen. Doch dieses Bild wurde umgehend wieder konterkariert, als Teile des Publikums ihre Plätze verließen und mit Gewalt versuchten, das IB-Banner an sich zu reißen. Der AStA der Universität Rostock spricht in einer Pressemittelung von tumultartigen Szenen, die sich entwickelt haben (1). Hier unterschlägt man geflissentlich, von wem die Aggressionen ausgingen. Das ändert aber auch nichts daran, dass man diesen Umstand hervorragend auf dem Livevideo der Identitären Bewegung sehen kann. Vielleicht wurde das Video deshalb inzwischen schon über 200mal geteilt, weil man hier besonders gut erkennen kann, wie tolerant diejenigen sind, die ständig Toleranz einfordern.

Die „Ostsee-Zeitung“ zitiert den linksextremen AStA-Vorsitzenden Sören Land, der in seiner Verwirrtheit erklärt, die Identitären würden da ansetzen, wo Höcke aufgehört habe. (2) Dass Land nun auf die Tränendrüse drückt, ist durchaus nachvollziehbar, immerhin traf ihn die IB-Aktion genau dort, wo es wehtut: Im eigenen Safespace an der Uni, bei einem Vortrag, in dem man sich wieder selbst beweihräucherte, weil man Björn Höcke ein kleines Holocaust-Denkmal vor die Tür gestellt hat. Deshalb ist für Land klar, dass die Identitären mit der Aktion in Rostock nichts anderes bezwecken können, als den millionenfachen Mord von Jüdinnen und Juden zu verunglimpfen. Dass sich der verliehene Preis insbesondere gegen die 11 Monate andauernde Bespitzelung der Familie Höcke wandte, die der ZPS bereits massive Kritik aus allen politischen Lagern einbrachte, verschweigt man als guter Stasi-Nostalgiker lieber. Dem dahintersteckenden totalitären Gedanken, jede Kritik am ZPS und ihrer unangebrachten Höcke-Aktion wäre automatisch eine Herabsetzung nationalsozialistischer Verbrechen, möchten wir an dieser Stelle gar nicht soviel Platz einräumen, andernfalls entwickelt der AStA-Stalinist noch Starallüren.

Einen letzten Punkt fanden wir noch wert, ihn zu kommentieren: Denn auch die Universität Rostock hat natürlich eine Pressemeldung geschrieben. Nun muss man nicht erwarten, dass die Einrichtung eine Störung ihrer Veranstaltung ohne Kritik hinnimmt (Stichwort: ziviler Widerstand), aber die Tatsache, dass die Uni sich veranlasst sah, einen entsprechenden Beitrag abzusetzen, während sie dieses Bedürfnis bei zahlreichen linksextremen Outings von IB-Aktivisten auf dem Uni-Gelände nicht hatte, spricht eine deutliche Sprache. Die Bekenntnisse zu der Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und gegen „neonazistische, nationalistische beziehungsweise fremdenfeindliche Aktivitäten“ kann man vor diesem Hintergrund an leeres „virtue signalling“ abtun. Denn immerhin duldet man gleichzeitig linksextreme Propaganda und gewaltsames Vorgehen gegen Andersdenkende. Dazu muss man sich nur noch einmal unser Video ansehen.

[1] https://www.asta-rostock.de/2018/02/02/pressemitteilung-neonazistische-stoerung-einer-asta-veranstaltung/

[2] http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Provokationen-und-Zwischenrufe-Rechte-Stoerer-in-Uni-Rostock

[3] https://www.uni-rostock.de/universitaet/aktuelles/pressemeldungen/detailansicht/n/veranstaltung-an-der-universitaet-rostock-durch-anhaenger-der-identitaeren-gestoert-klare-absage-an/