Die Abkehr von ausgetretenen Wegen III

von Redaktion

Aufgrund einiger Gespräche, die sich aus den Reaktionen auf den zweiten Teil der Reihe „Die Abkehr von ausgetretenen Wegen“ ergeben haben, drängt sich nun ein dritter Teil geradezu auf. Wir haben zwar bereits Zuschriften bekommen, in denen kritisiert wurde, dass wir uns zu sehr auf die Kritik am Nationalen Widerstand (NW) und dem Nationalsozialismus (NS) konzentrieren und dadurch Kernthematiken vernachlässigen würden. Es ist aber nun mal so, dass die altrechten Zusammenhänge einer Vielzahl von ambitionierten Aktivisten eine notdürftige politische Heimat bieten. Bei den vielen Halbwahrheiten der Propaganda aller Seiten, ist es nicht leicht den Überblick zu behalten und oft verirrt man sich auf der Suche nach der Wahrheit. Es besteht also immer noch genügend Bedarf an positiver Kritik und gründlichen Analysen. Denn nur aus einem umfangreichen politischen Wissen und tiefgehender Theoriearbeit können wir einen Willen bilden, der uns auch effektiv handeln lässt. Dass das bisher nicht der Fall war, zeigt die Erfolglosigkeit unzähliger altrechter Gruppen.

Wir sprechen mit diesem Text sowohl NWler an, als auch die, die sich mit ihnen auseinandersetzten müssen. Wir bieten also auch eine Argumentationshilfe. Gleichzeitig können wir präziser ausdrücken, was wir wollen und vor allem, was nicht. Oft stellt sich letzteres sogar als das Schwierigere heraus. Das liegt auch daran, dass Hitler und die nationalsozialistische Ideologie bei vielen Rechten immer noch eine große Rolle spielen. Gerade diese Gruppen prägen dann das Bild, welches über Rechte und Einwanderungskritiker im Allgemeinen vorherrscht, und dass uns nun bei unserer Arbeit behindert. Schließlich differenziert kaum jemand zwischen den verschiedenen Positionen der rechten oder patriotischen Lager und gerade wir verlieren dabei unser Profil. Die Propaganda ist immer das Ergebnis des Selbstverständnisses und zu diesem gehört bei Rechten das Verhältnis zu Hitler und seinen Ideen. Die Umstände erlauben es ihnen nun mal nicht, keine Meinung über Hitler und den NS zu haben.

 

Die autosuggestive Wirkung der eigenen Propaganda

Dass Hitler noch immer auf viele Jugendliche einen großen Einfluss ausübt, liegt meist an einer falschen Wahrnehmung seiner Person. Mir wurde oft entgegengehalten, dass der NS doch ethnopluralistisch sei und dass Hitler sich gegen Krieg und für die Freiheit aller Völker aussprach. Hauptsächlich werden einzelne Auszüge aus seinen Reden als Beleg angeführt, in denen er dann z.B. den Umgang der Alliierten mit Afrikanern in den Kolonien kritisiert oder eine Kriegstreiberei der Gegenseite verurteilt. Den meisten im NW geht es eben nicht um eine Weltherrschaft des „arischen Herrenmenschen“ und die Vernichtung der Juden; sie glauben, auf der richtigen Seite zu stehen. Es muss mit grundsätzlicher Aufklärung angefangen werden. Also mit Sachverhalten, die eigentlich klar sein sollten, irgendwann in der Propaganda aber untergegangen sind.

Das Problem ist, dass das was Hitler später öffentlich sagte, sich sehr von dem unterscheidet, was ihn und seine Chefideologen tatsächlich motivierte. Wie es unter Politikern üblich ist, hat sich auch Hitler ein Saubermann-Image zugelegt. Das gilt im Übrigen für weite Teile des NW heute ebenfalls. Scheinbar wirkt dabei die eigene Propaganda auf die, die wirklich das Gute wollen, autosuggestiv. Das verzerrte und selbstgezeichnete Bild wird geglaubt und alles, was die Schattenseiten des NS offenbart, wird ausgeblendet oder zur Nebensache erklärt. Auf keinen Fall hat es einen Zusammenhang mit der Ideologie. Der Vergleich mag für Nationalsozialisten polemisch sein, aber wie man bei islamisch-dschihadistischen Hassbotschaften oft zu hören bekommt, sie hätten nichts mit dem Islam zu tun, so verteidigen viele NWler den NS auf gleiche Weise, wenn man ihnen den zynisch-chauvinistischen Menschenhass der Szene und ihrer Ideologie aufzeigt. Es gib eben diese und jene Auslegung und jeder beansprucht für sich, die Lehre verstanden zu haben, schlussendlich bietet sie aber genügend Potenzial für überaus verwerfliche Ansichten. Die zwei Gesichter des NW kann man sogar aus vielen internen Kommentaren und seltener aus selbstkritischen Artikeln erlesen. Der Schreiber im folgenden Beispiel scheint wohl eher zu den Aufrichtigen zu gehören, jedoch den Knackpunkt, wie so oft, noch nicht verstanden zu haben:

„Vielerorts verkörpert man bei Weitem nicht die Ideale, für die man scheinbar zu kämpfen vorgibt. In der Öffentlichkeit gibt man sich revisionistisch und wahrheitssuchend, am Abend allerdings, hinter verschlossenen Türen, bei reichlich Alkohol, feiert man ausgelassen den Mord an Hinz und Kunz und besingt in teilweise perverser Form gewisse Duschpartys und andere Abartigkeiten, obwohl man genau jene, ein paar Stunden vorher, noch vehement verleugnete. Dieser Text soll sich jetzt aber nicht auf die Geschichte beziehen, denn es ist nur ein Beispiel von vielen, wo man morgens Wasser predigt und abends Wein trinkt.“1

 

Die ungefilterte Weltanschauung aus Hitlers „Mein Kampf“

Wie kann man nun am besten die tatsächlichen Ziele Hitlers herausfinden und damit auch einem Nationalsozialisten mit falschen Vorstellungen das wahre Gesicht des NS aufzeigen? Meiner Meinung nach muss man hierfür das Manifest Hitlers heranziehen. „Mein Kampf“ war nicht das grundsätzliche Programm für NS-Politik und man kann die Frage stellen, wie viel vom jungen, radikalen Hitler noch im Staatsmann Hitler steckte. Das Buch war und ist aber trotzdem bestimmend für die Ideologie und wurde von Hitler niemals widerrufen. Es war förmlich die Bibel des NS und wurde ab 1936 sogar von den Standesämtern, anstatt der Bibel, auf Staatskosten an Brautpaare zur Hochzeit verschenkt. Die Nationalsozialisten bezeichneten es als „bedeutsamstes deutsches Buch“. Die Vorbelastung durch Hitler und die logischen Verbindungen des NS-Begriffs mit seinem Namen sind klar. Wer den NS also ohne Hitler denkt, sollte sich besser einen anderen Begriff für seine Weltanschauung suchen. Fest steht, dass kaum eine Ideologie ein so enges Verhältnis zu nur einer einzelnen Person hat/hatte, wie der NS-Faschismus zu seinem Führer und dass dieser seine Vorgaben schwarz auf weiß in einem Buch niederschrieb.

Das Anliegen in „Mein Kampf“ war es, den Kern der Ideologie so präzise wie möglich zu vermitteln. Hitler musste sich dort klar und unverstellt ausdrücken. Das Publikum war der zu ideologisierende Leser, der zukünftige Mitstreiter also. Als Politiker und Staatsoberhaupt sprach Hitler jedoch zur breiten Masse des Volkes und unter den Augen der ganzen Welt. Er sprach vor allem aus dem kalten Kalkül der Propaganda. Aufgrund seiner Positionen unterlag er mit seinen Äußerungen gewissen Konventionen, denn ein Staatsoberhaupt könnte wohl kaum offen sagen, was Hitler vor seiner Karriere auf der Weltbühne in seinem Buch geschrieben hatte. Der Inhalt der späteren Reden sollte wirken und nur sekundär Ideologie vermitteln. Jede brisante Aussage eines hohen Politikers wird schließlich unmittelbare Konsequenzen haben. NS in ungefilterter Reinform erhält man also aus Büchern wie „Mein Kampf“ sehr viel eher, als aus der Analyse der Politiker-Reden Hitlers. Der rein ideologische NS, der sich noch nicht mit der Realität messen musste, aber zur Realität werden will, ist der wahre NS. Das andere Bild der Ideologie war mit den Kompromissen der Umsetzung und der laufenden Ideologisierung der breiten Masse noch weitestgehend beschäftigt und konnte noch keine klare Sprache sprechen. Wo das der Fall war, waren die Folgen oft fatal.

Ich werde jetzt keine umfassende Rezension zu Hitlers Buch schreiben und das brauche ich auch nicht. Es genügen Auszüge aus einem Kapitel, um aufzuzeigen, was Hitler und den NS zu einem großen Teil ausmacht. Alle folgenden Auszüge stammen also aus dem Kapitel „Volk und Rasse“ aus „Mein Kampf“. Er schreibt in diesen Auszügen, wie alle großen Dogmatiker, in vermeintlichen (historischen) Feststellungen. Damit deklariert er seine eigenen Ansichten zu allgemeinen Fakten der Geschichte, aus denen sich abgeleitete Notwendigkeiten ergeben sollen. Die erwähnten Darstellungen führen also zu zwangsläufigen Schlüssen, die dann die eigentliche Botschaft darstellen. Hitler schreibt keine hochphilosophischen Texte und chiffrierte Zeilen. Er gibt viel mehr klare Anweisungen, die aus seinem Geschichts- und Menschenbild zutage treten. Man kann also von keinem großen Interpretationsspielraum sprechen.

 

1. Hitlers „Begründer höheren Menschentums überhaupt“

„Es ist ein müßiges Beginnen, darüber zu streiten, welche Rasse oder Rassen die ursprünglichen Träger der menschlichen Kultur waren und damit die wirklichen Begründer dessen, was wir mit dem Worte Menschheit alles umfassen. Einfacher ist es, sich diese Frage für die Gegenwart zu stellen, und hier ergibt sich auch die Antwort leicht und deutlich. Was wir heute an menschlicher Kultur, an Ergebnissen von Kunst, Wissenschaft und Technik vor uns sehen, ist nahezu ausschließlich schöpferisches Produkt des Ariers. Gerade diese Tatsache aber läßt den nicht unbegründeten Rückschluß zu, daß er allein der Begründer höheren Menschentums überhaupt war, mithin den Urtyp dessen darstellt, was wir unter dem Worte „Mensch“ verstehen. Er ist der Prometheus der Menschheit, aus dessen lichter Stirne der göttliche Funke des Genies zu allen Zeiten hervorsprang, immer von neuem jenes Feuer entzündend, das als Erkenntnis die Nacht der schweigenden Geheimnisse aufhellte und den Menschen so den Weg zum Beherrscher der anderen Wesen dieser Erde emporsteigen ließ. Man schalte ihn aus – und tiefe Dunkelheit wird vielleicht schon nach wenigen Jahrtausenden sich abermals auf die Erde senken, die menschliche Kultur würde vergehen und die Welt veröden.

Würde man die Menschheit in drei Arten einteilen: in Kulturbegründer, Kulturträger und Kulturzerstörer, dann käme als Vertreter der ersten wohl nur der Arier in Frage.“2

Diese Gedanken hatte Hitler an späterer Stelle mit einem Satz zusammengefasst: „Was nicht gute Rasse ist auf dieser Welt, ist Spreu.“3 Was nicht zu der guten Rasse, den Ariern, gehört, ist also nichts als wertloser Überschuss, der nach dem Einfahren der Ernte aussortiert werden muss.

Hitler interpretierte die temporäre Machtposition Europas. Alles, was er dabei zu Indikatoren für eine überlegene Kultur erklärte, entstammt einer subjektiven Kultur-Betrachtung und einer universalistischen Interpretation und ist in gewisser Weise auf eine Wertung von wissenschaftlicher und technischer Entwicklung zurückzuführen, die in der vorangegangenen Kulturgeschichte Europas eben einen steigenden Stellenwert genossen hat und dann zur Industriellen Revolution führte. Dieser Hang zur Perfektion in bestimmten Bereichen ist nur ein Wert unter vielen in den verschiedensten Wertesystemen unterschiedlichster Kulturen. Er kann außerdem auch gefährliche bis selbstzerstörerische Entwicklungen begünstigen, was heute immer offensichtlicher wird. In anderen Kulturen gab es ganz einfach eine differenzierte Schwerpunktsetzung, die Hitler zur Unterentwicklung oder Unfähigkeit verklärte. Wären Werte wie Spiritualität, Nachhaltigkeit, Genügsamkeit und Beständigkeit als absolute Wertmesser gesetzt, würde der moderne Europäer wohl weniger gut abschneiden.

Hitler schrieb von „Menschheit“ und von der „menschlichen Kultur“ – nicht von Kulturen – und ließ diese Begriffe nur gelten, wenn sie vom Arier begründet wurden. Er war für ihn der „Urtyp dessen, was unter dem Worte Mensch zu verstehen ist“, der „Prometheus“. Jeder, der nicht arisch ist, wäre damit auch weniger Mensch und das Verschwinden des Ariers, der Untergang der Welt. Hitler hierarchisierte die Völker in drei Stufen: 1. in Kulturbegründer, also den Arier als einzigen Menschen mit Kultur, 2. die Kulturträger, also Völker/Rassen, die, ohne das der Arier ihnen seine Form aufdrückt, zu nichts kulturellem, menschlichem fähig wären und 3. die Kulturzerstörer, dessen bloße Existenz für immer eine Bedrohung darstellt. Für die Kulturzerstörer waren primär die Juden vorgesehen, wie er später noch ausführte.

Dazu sei angemerkt, dass sich derjenige selbst belügt, der auf diese Weise immer nach einem Sündenbock – eben dem Kulturzerstörer – sucht. Eigene Schwächen nicht zu erkennen, ist oft die gefahrvollste Schwäche. Weder einzelne Menschen noch ganze Völker und Kulturen sind von Natur aus absolut fehlerfrei. Es ist falsch die europäische Selbstzerfleischung, jede folgenschwere Ideologie, ihre Perfektionierung und die nahezu vollständige Adaption dieser, weitest möglich einer bestimmten Personengruppe oder einer jüdischen „Schattenmacht“ und ihrem Wirken, in die Schuhe zu schieben. Dies verhindert die Bekämpfung der eigenen identitären Schwäche, die sich heute in der vollendeten Verdrängung der eigenen ethnokulturellen Identität niederschlägt und in einem Ethnosuizid enden wird, wenn man sie weiter in einem Phantomfeind bekämpft. Wir sind uns ganz einfach bei all dem forcierten Fortschritt, dem Universalismus und der zwanghaften Bezugnahme zur abstrakten Kategorie „Menschheit“, des ständigen Denkens in dieser Kategorie, selbst fremd geworden und darin müssen wir die Ursache für unsere Probleme suchen. Wir können die Herausforderungen dieser Zeit nicht bestehen, indem wir uns zum Erlöser und die Juden zum Verursacher von allen Problemen der „Menschheit“ erklären.

 

2. Über Krieg und Welthegemonie

„Tatsächlich ist die pazifistisch-humane Idee vielleicht ganz gut dann, wenn der höchst stehende Mensch sich vorher die Welt in einem Umfange erobert und unterworfen hat, der ihn zum alleinigen Herrn dieser Erde macht. Es fehlt dieser Idee dann die Möglichkeit einer schädlichen Auswirkung in eben dem Maße, in dem ihre praktische Anwendung selten und endlich unmöglich wird. Also erst Kampf und Rasse und Kultur dann vielleicht Pazifismus.“4

Hitler kritisierte hier nicht einfach nur den Pazifismus als Utopie der universalen und dauerhaften Gewaltlosigkeit – was durchaus seine Berechtigung gehabt hätte. Im Gegenteil, er hielt sich diese Utopie sogar als „Möglichkeit unter Voraussetzung“ offen. Die „pazifistisch-humane Idee“ war hier das Gegenteil von Eroberung und Unterwerfung der Welt. Mit dieser Textstelle (und in vielen ähnlichen) erklärte er sehr klar, dass es für ihn vor der Weltherrschaft seines Ariers keinen Frieden, sondern nur Krieg geben kann.

 

3. Die vermeintliche Selbstverständlichkeit der Sklaverei

„Der Mensch, der die Rassengesetze verkennt und mißachtet, bringt sich wirklich um das Glück, das ihm bestimmt erscheint. Er verhindert den Siegeszug der besten Rasse und damit aber auch die Vorbedingung zu allem menschlichen Fortschritt. Er begibt sich in der Folge, belastet mit der Empfindlichkeit des Menschen, ins Bereich des hilflosen Tieres.“5

„Je primitiver die technischen Voraussetzungen zu einer Kulturbetätigung sind, um so notwendiger ist das Vorhandensein menschlicher Hilfskräfte, die dann, organisatorisch zusammengefaßt und angewandt, die Kraft der Maschine zu ersetzen haben. Ohne diese Möglichkeit der Verwendung niederer Menschen hätte der Arier niemals die ersten Schritte zu seiner späteren Kultur zu machen vermocht; genau so, wie er ohne die Hilfe einzelner geeigneter Tiere, die er sich zu zähmen verstand, nicht zu einer Technik gekommen wäre, die ihm jetzt gerade diese Tiere langsam zu entbehren gestattet. (…) So war für die Bildung höherer Kulturen das Vorhandensein niederer Menschen eine der wesentlichsten Voraussetzungen, indem nur sie den Mangel technischer Hilfsmittel, ohne die aber eine höhere Entwicklung gar nicht denkbar ist, zu ersetzen vermochten. Erst nach der Versklavung unterworfener Rassen begann das gleiche Schicksal auch Tiere zu treffen und nicht umgekehrt, wie manche wohl glauben möchten. Denn zuerst ging der Besiegte vor dem Pfluge – und erst nach ihm das Pferd.“6

Hitler sah in seinem NS den Ausdruck und die Botschaft der „Rassegesetze“. Daher war unter dem „Siegeszug der besten Rasse“ auch immer der Siegeszug des Ariers unter der Hakenkreuzfahne zu verstehen. Bei dieser Eroberung wurde die Rechtfertigung für Sklaverei in der Feststellung verpackt, dass sie unverzichtbar positive Auswirkungen hätte und einer historischen Notwendigkeit entspräche. Als Begründung reicht wohl ein Einsatz im Namen des „menschlichen Fortschritts“. Es ist von „niederen Menschen“ die Rede und zynisch wurde bemerkt, dass der Mensch als Sklave für Arbeiten noch vor dem Tier in Frage kommt. Insgesamt ist nicht der Hauch einer kritischen Distanz zu dieser Praxis zu erkennen, hier wurde (vorbereitend) verharmlost. Der erste Satz von Auszug 6 ist im Präsens verfasst!

 

4. Hitler über die Notwendigkeit der Unterwerfung sogenannter „niederer Völker“

„Es ist also kein Zufall, daß die ersten Kulturen dort entstanden, wo der Arier im Zusammentreffen mit niederen Völkern diese unterjochte und seinem Willen untertan machte. Sie waren dann das erste technische Instrument im Dienste einer werdenden Kultur. Damit aber war der Weg, den der Arier zu gehen hatte, klar vorgezeichnet. Als Eroberer unterwarf er sich die niederen Menschen und regelte dann deren praktische Betätigung unter seinem Befehl, nach seinem Wollen und für seine Ziele. Allein, indem er sie so einer nützlichen, wenn auch harten Tätigkeit zuführte, schonte er nicht nur das Leben der Unterworfenen, sondern gab ihnen vielleicht sogar ein Los, das besser war als das ihrer früheren sogenannten „Freiheit“. Solange er den Herrenstandpunkt rücksichtslos aufrechterhielt, blieb er nicht nur wirklich der Herr, sondern auch der Erhalter und Vermehrer der Kultur. Denn diese beruhte ausschließlich auf seinen Fähigkeiten und damit auf seiner Erhaltung an sich.“7

Auch bei diesem Auszug wird klar, welche Aufgabe der Arier nach Hitlers Verständnis zu erfüllen hatte. Er stellte in Frage, ob die Freiheit seiner Auffassung nach „niederer Völker“, die noch nicht unterworfen sind, überhaupt eine Freiheit darstellt. Er erklärte eine rücksichtslose Herrschaft des Ariers zum besten Schicksal für alle Völker und abermals zur Grundbedingung für Kultur überhaupt.

Es ist jedoch so, dass nichts die Lebensweise einer bestimmten Kultur objektiv gesehen zu einer besseren macht und dass gar nichts ihr Bestehen gegen Verfallserscheinungen und Dekadenz garantiert. Gerade der Blick in die Vergangenheit offenbart, dass sich keine Kultur starr und undynamisch verhält und dass ein Zerfall nicht immer äußeren Einflüssen geschuldet sein muss. Machtverschiebungen, kulturelle Blütezeiten und kultureller Niedergang gehören zum Menschentum. Es gibt keinen linearen Verlauf oder ewige Überlegenheit. Es ist Unsinn, für den Aufstieg bzw. für einen Zerfall verschiedener Hochkulturen seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden, immer jeweils eine biologische Gruppe verantwortlich zu machen. Eine Weltanschauung auf dieser Annahme aufzubauen, ist sogar noch viel unsinniger. Es hat auf der Welt verschiedene Hochkulturen gegeben, die mit Hitlers Arier nichts zu tun hatten. Er ignorierte diesen Umstand und erkannte Geschichte, Kunst und Kultur anderer Völker auch gar nicht erst an.

 

Identitäre Gegenpositionen

Für uns Identitäre gibt es keine menschliche Kultur, sondern nur menschliche Kulturen. Wir sprechen uns für die Selbstbestimmung aller Völker aus, was nicht bedeutet, dass wir uns herausnehmen eine naive Weltfriedens-Utopie zu predigen. Es gibt für uns keine Hierarchisierung der Völker und somit auch keine „niederen Völker“ und kein allgemeines Kriterium, anhand dessen man bessere von schlechteren Völkern unterscheiden könnte. Die Werte und Vorzüge einer Kultur haben nicht zwangsläufig Gültigkeit im Wertesystem einer vollkommen anderen. Wir sprechen von kultureller Vielfalt, also wertneutralen Unterschieden, die keiner leugnen kann. Über das Dogma des „menschlichen Fortschritts“, dass der NS mit dem Kommunismus und dem Liberalismus gemein hat, habe ich in einem anderen Artikel bereits geschrieben. Wir müssen den Kampf für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität auch nicht damit begründen, dass der Welt der einzige Kulturstifter verloren geht. Wir lieben unser Volk bedingungslos und nicht nur als Träger einer universalistischen Mission. Für einen gesunden Stolz auf unsere Herkunft und für eine feste Verbundenheit zu unserem Volk, brauchen wir keine Selbstüberhöhung und wertende Vergleiche zwischen dem, was für uns zu different ist, um auf diese Weise verglichen zu werden. Die Frage ist für uns auch, mit welchem Ziel man solche Wertungen aufstellen sollte? Bei einem Blick auf das nationalsozialistische Rassebewusstsein drängt sich jedenfalls der Vergleich mit einer Verhaltensstörung auf, nach der nur Selbstbewusstsein über die Abwertung anderer aufgebaut werden kann.

Da wir Identitäre den Fremden in seiner Verschiedenheit, eben als Verschiedenen, akzeptieren, ist diese Akzeptanz die konsequenteste überhaupt. Wir nehmen und respektieren den Fremden so wie er ist, ohne ihn in seiner Verschiedenheit nur als anpassungsbedürftig – im Sinne von „zu integrieren“ – oder von einem rassischen Ideal abweichend zu sehen. Nur aus diesem Grund kann ein multikultureller Schmelztiegel aus unserer Sicht der menschlichen Natur niemals gerecht werden. Im NS wird diesem Schmelztiegel mit einer anderen Begründung widersprochen. Der Fremde wird dort als Verunreinigung und als niederes Wesen angesehen und damit vom überheblichen Standpunkt der „besten Rasse“ und der „Rassenhygiene“ abgelehnt. Da er nicht wie bei anderen Ideologien die Seite wechseln kann (Herkunft kann nicht gewechselt werden), ist die Ablehnung des Fremden in gleicher Weise total und konsequent, wie unsere Akzeptanz des Fremden, bei der er die Seite gar nicht wechseln muss, um als ungleich aber gleichwertig erachtet zu werden. Hier zeigt sich, wie gegenteilig die Denkweisen sind und das mitten im Zentrum der zwei Anschauungen dieser unvereinbare Gegensatz besteht. Wer diesen Unterschied nicht verstanden hat, der versteht die identitäre Idee nicht!

Es ist richtig, dass Konflikte und auch Kriege zum Menschentum gehören und offensichtlich nicht einfach abgeschafft werden können. Es ist auch richtig, dass der ethnisch-biologische Aspekt (unter anderem) zu unserer Identität gehört. Die Geschichte der indoeuropäischen Völker ist sehr wohl einzigartig und inspirierend. Es gibt auch so etwas wie Fortschritt und es gab nun mal auch weitverbreitet Sklaverei, was nicht bedeutet, dass man sie heute gutheißen oder rechtfertigen muss. Der NS hat jedoch die Eigenschaft, bestimmte Dinge zu überspitzen, zu verharmlosen, zu verallgemeinern oder anderes bis zur Lächerlichkeit zu ver­ab­so­lu­tie­ren. Seine Schwerpunktsetzung ist falsch und kommt zu einem wesentlichen Teil noch aus dem Gedankengebäude der Ideologien, die er vorgibt zu bekämpfen. Die Übergänge zu einer esoterischen Ariosophie, mit Mythen von Atlantis, einem arischen Jesus und anderen Träumereien, sind fließend. All das macht viele Erkenntnisse für sachliche Argumente gänzlich unbrauchbar. Damit bleiben sie wirkungslos und werden nicht in Diskussionen – ausgenommen den szeneinternen – einbezogen.

Einige und sicher nicht wenige aus dem NW werden uns sogar in vielen Punkten zustimmen und sich vielleicht tatsächlich schon einmal gefragt haben, warum die angeführten Textstellen aus Hitlers Buch in einem starken Kontrast zu vielen seiner Reden als Politiker stehen. Vielleicht lesen manche diese Worte Hitlers auch zum ersten Mal. Es sind die gutgläubigen Aktivisten, die noch nicht vollständig der ideologischen Doktrin unterstehen. Es ist hier wichtig, die Frage der „zwei Gesichter“ zu stellen, und dieses Phänomen genauer zu untersuchen. Wie oben schon angeführt, muss zwischen der Sphäre der vorläufigen, situationsgebundenen Politik und der langfristigen Ziele der Ideologisierung unterschieden werden. Denn nur im Zweiten liegt der unverschleierte Kern des NS und die Erklärung für Verfehlungen in seinem Namen (im Heute und in der Geschichte).

 

Strahlkraft des ideologischen Kerns

Auch wenn eine abgeschwächte Form des NS mehr Mitstreiter unter sich vereinen kann, strahlt der eigentliche ideologische Kern immer wieder weit in die Reihen seiner Anhänger hinein. Solche asozialen Ausbrüche hat jeder im NW schon einmal miterlebt und sie sind im NW-Zitat von oben sehr gut beschrieben. Jede Verbindung zum NS, jeder Spielraum und Toleranzbereich, den man offen lässt, ist eine Schwachstelle in der Verteidigung gegen solche universalistisch-rassistischen Anfälle! Das ist der Grund, warum Grenzziehung und Aufklärung für uns so ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind.

Wir stehen für das Recht auf Verschiedenheit und die Freiheit aller Völker ein. Dabei zelebrieren wir die kulturelle Vielfalt nicht als heuchlerische Phrasendrescherei zugunsten einer Vereinheitlichung in der pseudo-bunten Weltgesellschaft. Für uns liegt in der unreduzierbaren Diversität der Menschheit ihr größter Reichtum. Gerade deshalb stellen wir uns auch gegen die Verdrängung unserer Kultur und den Austausch der europäischen Völker durch künstliche, multikulturelle Hybride. Diesem Gedanken liegt aber eine Liebe zum Eigenen und zur Vielfalt zugrunde und keine rassistische Abwertung der Fremden und ebenso keine verzerrte Selbstwahrnehmung und keine Allmachtsphantasien. Wir wehren uns gegen jede Form des Imperialismus und der Fremdherrschaft und so schulden wir es der Ehrlichkeit und der Aufrichtigkeit, dass wir keine gemeinsame Sache mit Nationalsozialisten machen. Nur durch die Überwindung von Halbwahrheiten und veralteten Formen kann eine ernstzunehmende Alternative entstehen und damit auch eine Zukunft für ein echtes Europa!



1 Artikel „Sich selbst im Wege stehen“ am 17. Juni 2013 auf infoportal-schwaben.net erschienen
2 Mein Kampf, Adolf Hitler, S. 317 f.
3 Mein Kampf, Adolf Hitler, S. 324
4 Mein Kampf, Adolf Hitler, S. 315
5 Mein Kampf, Adolf Hitler, S. 317
6 Mein Kampf, Adolf Hitler, S. 323
7 Mein Kampf, Adolf Hitler, S. 323 f.

Dieser Beitrag erschien zuerst 2014 auf dem Blog www.identitas-gemeinschaft.info, welcher mittlerweile nicht mehr existiert.