Zwei Kampfsportler im Visier linksextremer Denunzianten

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Vor wenigen Tagen berichtete ein lokales Zeitungsblatt aus dem Kreis Amberg/Oberpfalz über den Vereinsrauswurf zweier Kampfsportler aus dem MMA Fight-Team Amberg.

Wir sprachen mit Moritz und Max – den beiden Kampfsportlern – und wollten die Hintergründe dazu genauer erfahren.

Servus zusammen, erklärt doch kurz, was Euch widerfahren ist.
Vor Kurzem wurden Max und ich aufgrund unserer politischen Anschauung aus dem MMA-Fightteam Amberg geworfen.

Als das bekannt wurde, beschloss der Vorstand meines Fußballvereins auch meinen dortigen Rauswur. Ich war – entgegen der Pressedarstellung kein aktiver Spieler mehr –, da ich mich auf MMA und Fitness konzentriert hatte und für Fußball keine Zeit mehr blieb. Nur einmal bestritt ich im Herbst ein Spiel, weil Not am Mann war. Ich war also nur noch offiziell Mitglied und Beitragszahler. Als der Vorstand von meinen politischen Aktivitäten erfuhr, beschlossen sie aus eigenem Willen einen Kommentar an die lokale Zeitung zu senden. Zudem wurde auf der Homepage und auf deren Facebook Seite ein Kommentar über meinen Rauswurf verfasst. Tatsächlich erfuhr ich über den ganzen Vorgang aus der Zeitung, da mit das Kündigungsschreiben erst nach Veröffentlichung in den Meiden zugesandt wurde.

Wie lange wart ihr in dem Verein?
Wir waren beide seit Anfang 2019 Mitglieder im MMA Team, ich selbst war 13 Jahre Mitglied im Fußball Verein Tus WE Hirschau.

War Eure politische Aktivität bekannt?
Unsere Einstellung waren nicht direkt bekannt, aber einige folgten mir bereits auf Instagram, also ist es wahrscheinlich, dass zumindest Vermutungen seitens einiger Mitglieder bestanden. Direkt darauf angesprochen wurden wir nie und kamen mit allen sehr gut zurecht. Es herrschte stets eine kameradschaftliche Atmosphäre.

Aus welche Gründen wurdet Ihr aus dem Verein geworfen?
Zuerst bekamen unsere Trainer eine Mail von „Runter von der Matte“ (linksextremes Outing-Portal), die Bilder von Max und mir auf der Demo in Halle enthielt und uns als Identitäre „outete“. Unsere Trainer waren sehr überrascht und suchten sofort das Gespräch mit uns beiden. Sie waren uns nach wie vor positiv gegenüber eingestellt und wollten eigentlich nur wissen, ob wir denn kein Problem mit den vielen Migranten im Verein hätten.
Da wir keinerlei Abneigung gegenüber anderen Teammitgliedern hegten, ließ sich die Sache schnell beilegen und wir konnten weiter trainieren. Einer von den Trainern, die mehrheitlich selbst einen Migrationshintergrund haben, nannte uns sogar Musterschüler.

Während der ganzen Zeit standen wir in Kontakt mit dem Trainer und Besitzer des Gyms. Im Zuge der anonymen Anschuldigungen hatten wir ein persönliches Gespräch mit den Trainern, in dem wir ihnen vermittelten, dass uns nicht der Hass auf das Fremde bewegt, sondern es uns darum geht, zerstörerische und unabsehbare Folgen der Globalisierung einzudämmen, wenn nicht zu verhindern. Die Trainer akzeptierten trotz anfänglichem Misstrauen unsere Sichtweise. Wir verblieben dabei, dass wir beide weiter trainieren können, u.a. weil Max und ich bereits für Wettkämpfe eingeplant waren.
Über einen Vortrag eines „Rechtsextremismus-Experten“ in einem Nachbarort, der die Diffamierung unserer Personen zum Ziel hatte, bekam die Amberger Zeitung Wind von der Sache und übte Druck auf unseren Verein aus. Sie baten ihn um eine öffentliche Stellungnahme. Darauf war die Trainerschaft nicht vorbereitet und Max und ich führten noch ein Gespräch mit dem „Chef“-Trainer.

Komischerweise stand von Anfang an nicht zur Debatte, dass wir einfach weiter trainieren könnten. Es wurde behauptet, man müsse den Laden schließen, wenn „das ans Licht käme“. Ja was denn eigentlich, unsere Heimatliebe und unsere Forderung nach gesetzeskonformen Grenzkontrollen?

Aber alles in allem waren es nicht die Abneigungen oder die Vorbehalte der Trainer, die letztendlich zum Rauswurf führten, sondern der mediale Druck und die eher unbegründete Angst, Mitglieder zu verlieren bzw. schließen zu müssen. Auch wenn es im Nachhinein heißt, es ginge um Werte usw. war vorher im Gespräch mit uns nie die Rede von dergleichen. Ich mache den Trainern aber auch keinerlei Vorwürfe, sie haben es geschafft unsere Namen aus der Presse rauszuhalten, aber dieses inhaltslose Werte entbehrt jeder Grundlage.

Zum Fußballverein: Einer der Vorstände ist langjähriges SPD Mitglied und und wird den Rauswurf mutmaßlich forciert haben. Die SPD ist auf einem absteigenden Ast und glaubt, mit dem ominösen „Kampf gegen Rechts“ noch punkten zu können.

Wie haben die anderen Teamkollegen und Mitglieder reagiert?
Die Mitglieder, zu denen wir noch Kontakt haben, finden es einfach schade, dass wir nicht mehr dabei sein können. Insgesamt sind die Reaktionen eher zurückhaltend. Viele anderen Leute, die mich kennen, finden die Art und Weise des Vereins unverschämt.

Wie geht ihr mit Eurem Rauswurf um?
Von Profi-Kampfsportlern, die Ausnahmesituationen gewohnt sind, die oftmals bis an ihr Limit und darüber hinaus gehen, Schmerz unterdrücken können und von der Gesellschaft gemeinhin als „harte Kerle“ wahrgenommen werden, hätten wir gewiß kein Einknicken erwartet. Immerhin: Politik ist uns im Sport ganz egal, die Trainer sagen ja selbst, dass wir nie auffällig waren.

Wir knicken allerdings nicht ein, bleiben weiter aktiv und sehen uns schon nach neuen Trainingsmöglichkeiten um.

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